Der Ausstellungsort bzw. der Raum ist ein wesentlicher Bestandteil der künstlerischen Praxis und mehr als nur ein Rahmen: Er steuert mit seinem architektonischen, funktionalen und historischen (Bau-)Körper zahlreiche Eigenschaften bei und wird so integraler Teil der Arbeit. Der Raum ist kein neutraler Container, sondern ein aktiver Mitproduzent von Bedeutung. Vor allem in der installativen Klangkunst ist die Beschaffenheit von Untergrund, Wänden und Decke ausschlaggebend für die Entwicklung der akustischen Arbeit. Harte Oberflächen wie Beton oder Glas reflektieren hohe Frequenzen stark, während poröse Materialien (z. B. Holz, Textilien oder Akustikpaneele) bestimmte Frequenzbereiche absorbieren. Die Nachhallzeit beeinflusst maßgeblich die Wahrnehmung von Klangfarbe, Räumlichkeit und Verständlichkeit. Auch der Übergang zwischen Innen- und Außenraum spielt eine zentrale Rolle: Schallübertragung durch Wände, Fenster oder Öffnungen wird durch Materialdichte, Masse und strukturelle Kopplung bestimmt. In der künstlerischen Praxis bedeutet dies, dass der Raum nicht nur Resonanzkörper, sondern zugleich Filter, Verstärker und Transformator ist.








