Jori Kehn – Lücke (Versatzstück 1)

Lücke (Versatzstück 1) basiert auf dem Abguss der Leerstelle eines entfernten Steins – dem Negativraum eines verlorenen Objekts. Ein mechanischer Tastarm fährt kontinuierlich über die Oberfläche, nimmt feinste Unebenheiten auf und übersetzt sie in hörbare Schwingungen. Die Bewegung erinnert an die unwillkürliche Geste, mit der die Zunge immer wieder die Lücke eines verlorenen Zahns sucht: ein verkörpertes Erinnern, das den Verlust längst kennt und dennoch nicht aufhört zu suchen. So wird die Oberfläche nicht nur betrachtet, sondern akustisch gelesen, während sich die Skulptur in ein sensibles System aus Berührung, Klang und Erinnerung verwandelt.

16.05.-19.07.2026
KUNSTRAUM TOSTERGLOPE
im Autohaus Niehoff

Jori Kehn verbindet Performance, Installation und experimentelle Technologien miteinander. Im Verlauf der Ausstellung wird eine weitere Arbeit von ihr in die Räume integriert: fünf resonierende Klangobjekte, die im Rahmen einer Performance zur Finissage aktiviert werden. Bereits jetzt ist eine kleinere Arbeit von ihr zu sehen – ein sensibles Objekt auf einem Sockel, bei dem die Oberfläche eines Steinabgusses mit einem Mikrofon abgetastet wird. Selbst kleinste Strukturen und Berührungen werden dadurch hörbar gemacht.