Die pulsierenden Vibrationen eines iPhones sind im Raum zu hören. Niemand geht ran. An Decke hängt das Handy, als wäre der Raum auf den Kopf gestellt. Sein alarmroter Screen erzählt von einer außergewöhnlichen Dringlichkeit.
Für die Ausstellung „Mit Klang“ wurde der Handyklingelton ausgestellt. Übrig bleibt ein Vibrieren, welches den Untergrund zum Resonieren bringt. Rigipsplatten, die an der Decke montiert sind, dienen der Verstärkung eines Signaltons, der eigentlich verstummen sollte.
Fotos: Maik Gräf


26.01.-04.02.2024
Frappant Galerie, Hamburg
Louise Vind Nielsen (*1984) ist eine dänische Klang- und bildende Künstlerin. In einer vielfältigen künstlerischen Praxis untersucht sie komplexe Themen, oft mit einem humorvollen Ansatz. So erzählt sie u.a. in ihrer Performance “If only I could fuck myself” (2021) vom Potenzial der Selbstbefruchtung und produziert einen unendlichen Fluss von Milchblasen. In ihrem Filmprojekt „In meinem Kopf, da ist die Dunkelrot“ (2019) arbeitet sie mit Menschen, die imaginäre Stimmen hören. In „Ventilation“ (2020) sind Deckenventilatoren so installiert, dass die Metallflügel gegeneinander schlagen. Kunst wird zum Raum der Kollision zwischen freier Imagination und aktivem Eingreifen in unsere Welt.
Sie absolvierte an der DJK Jutland Academy of Fine Arts in Aarhus im Jahr 2013 und studierte von 2011 bis 2012 an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg bei Michaela Melián und Ligna.