Mette Bjørndal – Full Break

Die Viertelpause ist das Pausenzeichen, das exakt der Dauer einer Viertelnote entspricht. In der musikalischen Notation markiert sie einen Moment der Stille – einen kurzen, klar definierten Raum ohne Klang. In dieser Arbeit erscheinen die Viertelpausen jedoch nicht als Zeichen auf Papier, sondern als Objekte aus Aluminium.

Die metallenen Formen wurden wie Wurfsterne in eine Wand geworfen und stecken dort fest. Ihre scharfen Kanten und die dynamische Anordnung erinnern an eine eingefrorene Bewegung. Aus der stillen Notation wird eine physische Geste: Die Pause, eigentlich ein Zeichen der Abwesenheit von Klang, erscheint hier mit Kraft und Energie in den Raum eingeschrieben. So verwandelt sich ein unscheinbares musikalisches Symbol der Stille in ein sichtbares, fast aggressives Zeichen – eine materialisierte Pause.

16.08.-21.09.2025
Kunstraum Tosterglope

Mette Bjørndal (*1993) ist Bildhauerin und Installationskünstlerin. Sie hat einen Masterabschluss an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg, wo sie bei Martin Boyce studierte. In ihrer Arbeit konzentriert sich Bjørndal vor allem auf Skulpturen und Installationen, die Elemente aus Musik und darstellender Kunst einbeziehen. Unabhängig davon, ob die Werke tatsächlich Klang erzeugen, lassen ihre visuellen Qualitäten eine Idee von Klang entstehen. Diese subtile Andeutung regt die Vorstellungskraft oder das „innere Ohr“ der Betrachtenden an und schafft persönliche Assoziationen zu Klang, selbst wenn dieser physisch nicht vorhanden ist. Auf diese Weise sprechen die Werke das Publikum sowohl visuell als auch sinnlich an und erzeugen auditive Erfahrungen durch visuelle Mittel. Bjørndal lebt in Hamburg und arbeitet derzeit sowohl in Hamburg als auch in Kopenhagen.